Prägnantes Zeugnis, Live-Musik und historisches Filmmaterial

Während des Konzerts erzählt Schelvis in Fragmenten von der 72-stündigen Reise zum Vernichtungslager Sobibor. Er malt ein realistisches Bild: Wie sah der Wagen von innen aus, wer waren seine Leidensgenossen und was ging in ihm vor während der schrecklichen Reise?

Seine Geschichte wechselt sich mit Musik ab, die vom National Symphonic Chamber Orchestra unter der Leitung des Dirigenten Jan Vermaning aufgeführt wird. Das Ganze wird durch einzigartige historische Bilder aus den Archiven des niederländischen Instituts für Ton und Bild unterstützt.

Klassische Musik war für Schelvis schon immer von entscheidender Bedeutung. Während des Krieges pfiffen er und sein Freund Leo de Vries sich gegenseitig Musikfragmente vor, die sie erraten mussten.

"Das hielt uns auf den Beinen, denn Musik war eine Kostbarkeit, die man pflegte.”

Schelvis und Vermaning wählten zusammen die Musikfragmente aus, die mit seinem Zeugnis übereinstimmen, einschließlich der Vokalwerke: das Urlicht aus Mahlers Zweiter Symphonie und zwei Arien von Bach. Schelvis 'Liebe zum Gesang wurde schon in jungen Jahren geweckt. Als Kind ging er oft mit seinem Vater zu den Proben des Chores "Stimme des Volkes”.

Als Schelvis 1936 etwa fünfzehn Jahre alt war, hörte er zum ersten Mal die Matthäus-Passion. Das machte einen solchen Eindruck, dass er danach den gesamten Text in einem Büchlein aufschrieb.

Am Ende dieses Büchleins notierte Schelvis die Daten, an denen er live an der Matthäus-Passion teilnahm. Viele Jahre fehlen nicht, praktisch nur die des Krieges.